Da geht man mehrmal am Tag ins Bad und übersieht diese Stilllebenmotive. Aber heute Abend konnte ich nicht anders und habe in meinem super altmodisches Bad (von meiner Oma geerbt) ein paar Stillleben Fotos geschossen. Alle Motive sind mit der Sigma SD14 und dem Sigma 18-200 gemacht. Ich liebe diese Farben. Auch wenn das Kit-Objektiv nicht besonders scharf ist kann man mit etwas abblenden (F7.1) schon ganz ordentliche Fotos machen. Bei Blende 7.1 und ISO50 (ja die Sigma kann ISO50
) hat man dann nur das Problem, dass man bei wenig Licht Zeiten von 15-30 Sekunden hat. Aber dafür gibt es ja ein Stativ. Ich liebe mein Stativ. Hab ich schon gesagt, dass ich diese Farben liebe.


Hier habe ich mal ein Beispiel dafür das auch HI-ISO mit der SD14 mit sehr wenig Licht geht. Was mich selber sehr gewundert hat war, dass es so gut wie gar kein Farbrauschen auf den Schwarzen Flächen gab. Und das bei ISO800 (ist für die SD14 schon sehr gut
). Bei ISO1600 sah es dann aber wirklich nur noch nach einer Farbklecksschlacht aus.

Für die Sigma SD14 (SD10 und SD9) gibt es eigentlich nur die 4 Systemeigenen Blitze (Sigma EF-500-St, Sigma EF-500-Super, Sigma EF-530-ST und Sigma EF-530-Super. Mit diesen Blitzen kann man mit der Sigma im TTL Modus blitzen. Das heißt, die Kamera steuert den Blitz und belichtet so, dass das fehlende Licht von Blitz kommt und der Rest aus dem Umgebungsicht. Dies kann ein großer Vorteil sein, wenn man bei schweren Lichtbedingungen einfach nur richtig belichtete Bilder haben will. Es kann aber auch sehr gut für künstlerische Zwecke Eingesetzt werden.
Will man aber einen nicht Sigma Blitz verwenden ist das auch kein Problem, nur sollte man beachten, dass man kein TTL benutzen kann. Man muss also vollkommen Manuell blitzen. Dafür kann man entweder den Blitz auf eine Blitzstufe einstellen (auf 1/1 oder 1/2 oder 1/4 usw.) und sich dann mit einigen Testfotos an die richtige Belichtung rantasten (Blende auf 8, Time auf 1/60 und bei zu wenig Licht die Blende weiter auf (7.1) oder bei zu viel Licht die Blende weiter zu (9.0)). Wenn man auf dieses leidige Testfotos schießen kein Bock hat kann man auch einfach ein Lichtmesser benutzen. Einfach den Lichtmesser dem Modell in die Hand drücken und einmal abdrücken. Danach kann man die Werte auf dem Lichtmesser einfach auf die Kamera übertragen und Fotos machen.
Achtung: Blitze die man mit der Sigma SD14 verwende will müssen sich über einen Mittelkontakt auslösen lassen und dürfen max. eine Spannung von 14V haben (Auf Niedervolt laufen). Einige alte Blitzgeräte haben eine Auslösespannung von über 150V. Damit kann man die empfindliche Elektronik der Kamera grillen. Auf dieser Seite kann man nachgucken welcher Blitz welche Auslöse Spannung hat.
Wie ihr bestimmt in den letzten Posts gemerkt habe schreibe ich über die Sigma SD14. Warum? Ganz einfach, weil ich jetzt eine Sigma SD14 besitze und jetzt mit ihr Fotos mache. Mein Weg mit den Spiegelreflexkameras hatte mit der Sigma SD10 begonnen, die ich irgendwann 2006 gekauft habe und die mich vom Anfang an begeistert hat. Die Fotos hatte einfach super schöne Farben und und sehr viele Details, nur leider war die Kamera auch super langsam, hatte ein schlechtes Hi-ISO verhalten und ein extrem schlechtes Energiemanagement. Deswegen habe ich mich irgendwann entschlossen eine Canon auszuprobieren und habe mir die Canon 30d geholt. Ich war begeistert von den super ISO verhalten, dem super Energiemanagement und der Geschwindigkeit (Bilder schießen, Anschauen, Speichern) alles das was bei der Sigma schrecklich war ging plötzlich richtig gut, nur bin ich nie an die Ergebnisse rangekommen, die meine Sigma SD10 geliefert hat. Deswegen habe ich meine ganzen Canon Sachen wieder verkauft und mit eine Sigma SD14 (SD10 Nachfolger) geholt. Jetzt habe ich zwar wieder die anfangs beschriebenen Probleme, auch wenn sich da schon einiges verbessert hat, aber dafür sind die Ergebnisse wieder so wie ich mir das vorstelle. Und das nicht zu letzt wegen dem super RAW-Konverter von Sigma.
Pro/Kontra Sigma SD10:
- schlechtes Hi-ISO (über ISO400 sollte man keine Fotos machen)
- langsam (beim Schreiben, fotografieren, und anschauen)
- schlechtes Energiemanagement (CR3 Batterien)
- wenig auf dem Gebrauchtmarkt (Objektive, Blitze, usw.)
Pro/Kontra Canon 30d
- weniger Farben und Details (im Vergleich mit der SD14) sind aber immernoch sehr gut!
- ich habe keinen RAW-Konverter gefunden der mich überzeugt hat (im Vergleich mit dem Sigma SPP2.5)
- super Hi-ISO verhalten (bis 1600 kein Problem. Die 30d hat etwa gleich viel Rauschen bei ISO1600 wie die SD10 bei ISO400)
- super schnell (speichern, anzeigen Serienbilder)
- einfaches Handling
- große Verbreitung => viel Zubehör, großer Gebrauchtmarkt, viele Leihmöglichkeiten
Pro/Kontra Sigma SD14
- Hi-Iso ist besser als in der SD10 aber immer noch nicht super (kein Vergleich zur 30d)
- Geschwindigkeit ist auch besser als die SD10 (immer noch wesentlich langsamer als die 30d)
- Verbessertes Energiemanagement (Lithium Ionen Akkus)
- interner Blitz (hatte die SD10 nicht)
- super Verarbeitung (fast sich einfach gut an)
- tolle Farben und viele Details
- super RAW-Konverter (den besten die ich je gesehen habe)
- günstiger Preis
Wie man sieht ist die Sigma SD14 keinesfalls nur eine Verbesserung der Canon 30d für mich, sondern viel mehr ein großer Kompromiss aus Funktionen und Resultat. Die Canon hatte viele besser Funktionen die das Fotografieren einfacher machen aber ich finde die Resultate die aus der SD14 kommen (auch wenn ich dafür etwas mehr machen muss) einfach besser. Und der ausschlaggebende Punkt, der bei mir das Fass zum überlaufen gebracht hat war, dass die Sigma SD14 jetzt zu einem Preis zu haben war dem ich einfach nicht wiederstehen konnte.
Gute Bilder entstehen bei fast allen DSLR-Kameras bei der RAW-Entwicklung. Da macht auch eine Sigma SD14 keine Ausnahme. Sogar im Gegenteil muss ich sagen, dass JPG’s “out of the box” bei der Sigma nicht zu ertragen sind. Sie sind flau, haben keine Farbe und keine Schärfe. Und genau das erwartet man nicht bei einer Kamera die in den Semi-Profi-Bereich gehört. Aber genau da liegt auch ihre Stärke. Wo andere Kameras massiv auf das Ergebnis eingreifen und die Bilder in der Kamera schärfen und den Kontrast anpassen, liefert die Sigma ein sehr neutrales und echtes Bild im RAW-Format. Mit dem SPP 2.5 hat Sigma ein RAW-Konverter geliefert, den man in wenigen Stunden vollständig verstehen kann und der trotz seiner wenigen Einstellungsmöglichkeiten einzigartige Ergebnisse liefern kann. Wer also mit dem Gedanken spielt sich eine Sigma zu kaufen, egal ob SD9, SD10 oder SD14, der sollte bedenken, dass man nur gute Bilder bekommt, wenn man bereit ist diese am Computer zu entwickeln.

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